Die Version in einem Satz
Ein Bodennutzungsrecht ist ein unbefristeter Pacht von der Gemeinschaft für die Nutzung eines bestimmten Standorts — jährlich auf den aktuellen Mietwert des Bodens neu bepreist —, der Ihnen ein sicheres Recht gibt, den Boden zu nutzen, aber niemals dessen Eigentum.
Alles, was Sie auf dem Boden bauen oder anbauen, gehört Ihnen. Der Boden selbst und der Wert, den die Gemeinschaft ihm verleiht, bleiben bei der Gemeinschaft.
Ein Recht zur Nutzung, keine Eigentumsurkunde
Im heutigen System bedeutet der Kauf von Boden, einen dauerhaften Rechtstitel an einem Standort zu erwerben — und an dem ganzen künftigen Wert, den die umgebende Gemeinschaft ihm verleihen wird. Ein Bodennutzungsrecht trennt diese beiden Dinge. Sie halten ein ausschließliches, sicheres, unbefristetes Recht, ein Grundstück zu besetzen und zu nutzen — dort zu wohnen, es zu bewirtschaften oder ein Unternehmen aufzubauen —, und dieses Recht gehört Ihnen, solange Sie seinen jährlichen Preis zahlen. Was Sie niemals erwerben können, ist der Standortwert selbst, denn dieser Wert ist nicht Ihrer: Er wird von der ganzen Gemeinschaft um Sie herum geschaffen.
Dies ist kein Pachtverhältnis im prekären Sinne von Vermieter und Mieter. Die Gemeinschaft ist kein auf Profit bedachter Vermieter; sie zieht lediglich die Grundrente ein, die der Standort ohnehin schon einbringt. Solange Sie sie zahlen, ist das Recht Ihres — zu behalten, zu verbessern, weiterzugeben und zu verkaufen.
Wie die jährliche Neubepreisung funktioniert
Jedes Jahr wird das Recht auf den aktuellen Mietwert des Standorts neu bepreist — auf das, was der nackte Boden auf dem freien Markt erzielen würde. Erhält Ihr Viertel einen Bahnhof, eine Schule oder florierende neue Betriebe, wird der Standort wertvoller und Ihre jährliche Zahlung steigt entsprechend; geht die Gegend zurück, sinkt sie. Sie zahlen stets genau für das, was die Gemeinschaft derzeit bereitstellt — nicht mehr und nicht weniger.
Da das Halten eines Standorts nun jedes Jahr seinen vollen Mietwert kostet, gibt es keine Belohnung mehr dafür, ihn brachliegen zu lassen. Bodenspekulation — Boden nur zu kaufen, um auf steigende Preise zu warten — lohnt sich überhaupt nicht mehr, und Boden fließt zu den Menschen, die ihn tatsächlich nutzen werden.
Warum ein Recht und keine Steuer
Der Georgismus erreicht ein ähnliches Ziel über eine Bodenwertsteuer: Eigentümer behalten ihren Titel und zahlen eine jährliche Abgabe auf den Wert des Bodens. Unitism führt denselben Wert an die Gemeinschaft zurück, fasst es aber als Recht und nicht als Steuer — und der Unterschied ist mehr als nur Wortwahl.
Wir zahlen Steuern auf das, was uns gehört: unser Einkommen, unsere Käufe, unser Eigentum. Eine Bodenwertsteuer sagt der zahlenden Person also unterschwellig, dass der Wert des Bodens ihr gehört und die Gemeinschaft sich einen Anteil nimmt. Unitism hält das für einen tiefgreifenden strukturellen Fehler. Der finanzielle Wert des Bodens wird von der ganzen Gemeinschaft geschaffen und muss ihr gehören. Ein Bodennutzungsrecht sagt das unmissverständlich: Sie zahlen der Gemeinschaft für die Nutzung von etwas, das niemals Ihnen zu eigen war. Der Mechanismus und die Ethik stimmen endlich überein — siehe Was ist Unitism?.
Was sich dadurch ändert
Wenn Standorte als Nutzungsrechte gehalten werden, die auf ihren Mietwert bepreist sind:
- Die Spekulation endet. Brachliegender Boden kostet seinen vollen Mietwert, sodass Horten sich nicht mehr lohnt.
- Wohnen wird billiger. Wird der Glücksgewinn der Bodenwertabschöpfung an die Gemeinschaft zurückgegeben, kosten Wohnungen eher das, was ihr Bau kostet.
- Arbeit wird nicht besteuert. Ein aus der Grundrente finanziertes Gemeinwesen kann Steuern auf Löhne, Verkäufe und Gebäude abschaffen — sodass Anstrengung und Unternehmertum wieder belohnt werden.
- Die Gemeinschaft hat Anteil an ihrem eigenen Wachstum. Der Wert, den ein blühender Ort schafft, fließt an alle zurück, die ihn geschaffen haben, nicht an denjenigen, der die Urkunde hält.
Sehen Sie es selbst
Mit den Werkzeugen Wohin geht der Wohlstand? und Ihre Bodendividende können Sie diese Mechanik in Aktion beobachten. Für das größere Bild vergleichen Sie die Ansätze in Unitism und Georgismus oder lesen Sie das Kapitel Behalten Sie, was Sie verdienen, zahlen Sie für das, was Sie nutzen.